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Bäume ächzen unter dem geänderten Klima


Die Rindenschäden sind enorm, die Krone wird nicht mehr ausreichend versorgt, sodass das Wachstum stagniert und das unschöne Schicksal des Baums feststeht – ab kommender Woche werden insgesamt 59 Bäume im Gemeindegebiet Sandhausen ersetzt oder ganz neu gepflanzt, voraussichtlich bis Mitte März werde sich die Baumpflanzaktion des Bauhofs hinziehen, schätzt Susanne Wölflick, der das Grünflächenmanagement obliegt. Das geänderte Klima habe seine Spuren auch auf Sandhäuser Gemarkung hinterlassen, nun werde auf robustere Arten gesetzt, die die vermehrten Trockenheitsperioden besser vertragen. „Erle, Hopfenbuche oder Esskastanie“, nennt Susanne Wölflick zum Beispiel.

Am Spielplatz Brühlstraße erfolgt erstmals eine Pflanzung von drei Österreichischen Schwarz-Kiefern. Sie gilt als außerordentlich robuster, anspruchsloser Nadelbaum und könnte vielleicht eine Alternative für die leider absterbende Gemeine Kiefer sein.

Zwei Mitarbeiter der Gemeinde graben mit Hilfe eines Minibaggers eine Baumwurzel ausBäume sind extrem wichtig für das Klima inmitten bebauter Flächen, sie haben einen kühlenden Effekt und produzieren Sauerstoff. Die Gemeinde ist bestrebt, ausreichend Bäume auf der Gemarkung zu haben, weshalb nicht nur Ersatzpflanzungen erfolgen: Unter den 59 anstehenden Baumpflanzungen stellen 22 Ersatz- und 37 Neupflanzungen dar. So erhalten die Spielplätze Schatten spendendes Grün, die Grünanlage an der Wingertstraße benötigt frisch wachsende Gehölze und auch der Anne-Frank-Kindergarten bekommt neue Bäume, um nur einige Orte zu nennen. Im Lattweg und in der Waldstraße bleibt die Gemeinde den Linden treu, die Silberlinde zählt zu den Zukunftsbäumen. Sie hat einen Trick: An besonders heißen Tagen kann sie einen großen Teil ihrer Blätter drehen und die schneeweißfilzigen Blattunterseiten reflektieren so das Sonnenlicht.

LKW mit offenem Auflieger gefüllt mit JungbäumenDie neuen jungen Bäume seien etwa zwölf Jahre alt und verfügten über einen Stammumfang von 18 bis 20 Zentimeter. Alle Neupflanzungen seien mit Drainage versehen, damit das Wasser zu den Wurzeln vordringe. Über die Baumquartiere werde in den nächsten Jahren Dünger und Bodenaktivator eingebracht. Eine Blumenansaat unterhalb der Bäume vermindere das Austrocknen des Bodens und beeinflusse die Artenvielfalt positiv. Kleintiere fänden hier Nahrung und in den darüberstehenden Baumkronen Schutz und Schatten, sagt Susanne Wölflick.

Redakteur / Urheber
Pressestelle Gemeinde Sandhausen